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Aktuell

Im 28. - 35. Lebensjahr beginnt das ICH einen Weg nach innen. Der Mensch beginnt mit Selbsterkenntnis und Selbsterziehung.

Beherrrschung des Temperaments

Das innere Sturm- und Drang-Geschehen muss unter Kontrolle gebracht werden, um es in Liebesfähigkeit und Mitgefühl verwandeln zu können. Träume werden desillusioniert, der Verstand tritt in den Vordergrund.

Familie

Jetzt ist die Zeit, einen Kinderwunsch zu erfüllen, noch sind optimale Bedingungen für Schwangerschaft und Geburt. Jetzt ist auch eine gute Zeit, Frieden mit den Eltern zu schließen und dankbar dafür zu werden, dass man auf dieser Welt sein darf

Weichenstellung

Es ist die Zeit hoher Schaffenskraft, die Weichen für die berufliche und persönliche Zukunft werden gestellt. Spezialisierung und Weiterbildung im Beruf, Karriere, Kinder und Haushalt stellen jetzt hohe Anforderungen. Organisation einerseits und Rückzug nach innen andererseit sind jetzt wichtig um ein Gleichgewicht zwischen Verstand und Seele herzustellen.

Nachholung von Reifeprozessen

Eine erste schwere Krankheit, ein Unfall, eine neue Partnerschaft, ein Berufs- oder Ortswechsel können als erzwungene Ruhepausen für die Seele betrachtet werden, um vernachlässigte Reifeprozesse nachzuholen.

Krankheitsbilder

Typische Krankheitsbilder im 5. Lebensjahrsiebt: eine Lebenskrise mit depressiv-ängstlicher Erschöpfung und Orientierungslosigkeit, erste Vorboten des Alterungsprozesses wie z. B. Herzschwäche oder der Ausbruch von Autoimmun-Krankheiten wie z. B eine Hashimoto-Thyreoidits.

Unterstützung dieser Lebensphase

Unterstützende Arzneimittel in dieser Lebensphase können sein:

  • eine metamophorisierte Eisenleiter, d. h. eine an diese Lebensphase angepasste Eisenleiter
  •  organunterstützende Präparate der Firmen Weleda und Soluna
  • Spezifische homöopathische Mittel für biografische Ereignisse als Riechdosis

Bitte rufen Sie mich an oder schreiben Sie mir eine email, wenn Sie Interesse an einer dieser Therapien haben. Gerne gebe ich Ihnen vorab eine unverbindliche, kostenfreie Auskunft

Emotionaler Stress durch widrige Lebensumstände, Kummer, oder Ärger kostet Energie und schwächt die Lebenskraft. Dadurch kann eine erbliche Veranlagung geweckt werden und sich auf körperlicher Ebene als Krankheit manifestieren. Samuel Hahnemann hat darauf in § 78 seines „ Organon“ hingewiesen:

„In den blühendsten Jünglings-Jahren und beim Anfange geregelter Menstruation, gepaart mit einer für Geist, Herz und Körper wohlthätigen Lebensweise bleiben sie oft mehrere Jahre unkenntlich; die davon Ergriffenen scheinen dann in den Augen ihrer Anverwandten und Bekannten, als wären sie völlig gesund und als wäre die, ihnen durch Ansteckung oder Erbschaft eingeprägte Krankheit völlig verschwunden; sie kömmt aber, in spätern Jahren, bei widrigen Ereignissen und Verhältnissen im Leben, unausbleiblich aufs Neue zum Vorschein, und nimmt um desto schneller zu, gewinnt einen desto beschwerlichern Charakter, je mehr das Lebensprincip durch schwächende Leidenschaften, Gram und Kummer, vorzüglich aber durch zweckwidrige, medicinische Behandlung zerrüttet worden war.“

Stärkung der Lebenskraft durch Homöopathie

In der Praxis zeigt sich, dass emotionaler Stress in der Biographie eines Menschen eine Therapie-Blockade bilden kann. Mit einer homöopathischen Behandlung nach Hahnemann kann eine Stärkung der Lebenskraft erreicht werden und die Blockade beseitigt werden.

Hat sich eine chronische Krankheit bereits körperlich manifestiert und der Mensch wird zusätzlich von einer schwierigen Lebensphase überrollt, kann mit einer homöopathische Behandlung eine konstitutionelle Stabilisierung erreicht werden. In diesem Fall wird sich die Behandlung über einen längeren Zeitraum erstrecken und es bedarf in der Regel auch mehrerer homöopathischer Mittel in Folge.

In meiner Praxis habe ich vor allem Erfahrung in der Behandlung von emotionalen Stress durch

  • Kummer, Kränkungen, Verlust eines geliebten Menschen
  • Schwierigkeiten am Arbeitsplatz, Mobbing
  • Prüfungsangst, Lampenfieber
  • Hormonelle Probleme

sowie in der homöopathischen Unterstützung

  • in Zeiten bestimmter Entwicklungsprozesse im Lebenslauf
  • während biografischer Krisenzeiten
  • bei Belastungen durch systemisch-biografischer Verstrickungen.

Das „Rubikon“ - Die seelische Qualität des 10. Lebensjahres

Obwohl der Mensch schon früh zu sich „ICH“ sagen kann, macht er sein ganzes Leben lang einen fortwährenden Prozess der Individuation durch. Individuation bedeutet, sich zu fragen:

Wer bin ich? Was ist meine Aufgabe? Was mache ich hier eigentlich? Möchte ich das
machen? Wenn nein, was möchte ich machen? Was ist sinnvoll? Wo kann ich meine
Anlagen am besten entfalten? Wo kann ich wirksam werden? Womit diene ich dem
Ganzen am besten?

Der Prozess der Individuation bedeutet immer auch Trennung. Dieses Gefühl der Distanz erlebt der Mensch das erste Mal im 9./10. Lebensjahr. Hier stellt sich das Kind diese Fragen das erste Mal entsprechend seinem Alter und will dabei auch wissen: Stehen meine Eltern hinter dem, was sie sagen? Wo liegen meine Grenzen? Was passiert, wenn ich diese Grenzen überschreite?

Diese Phase der inneren seelischen Entwicklung ist oft von Bauchschmerzen, Kopfschmerzen, Konzentrationsmangel, Abwesenheit, Passivität und Mutlosigkeit begleitet. In der Walddorf-Padagogoik wird dieser Entwicklungssprung das Reubikon-Erlebnis genannt. Rudolf Steiner hat angeregt, diese Phase der konstitutionellen Veränderungen mit unterschiedlichen Eisenverbindungen zu unterstützen. Daraus hat sich in der anthroposophischen Medizin das Therapiekonzept der „Eisenleiter“ entwickelt

Der Rubikon – von der Nachahmung zum eigenen Willen

Der geschichtliche Hintergrund des Rubikon:
Nachdem Caesar Gallien erobert hatte, strebte er in Rom ein erneutes Konsulat an. Da sich der Senat in Rom durch die zahlreichen Legionen Caesars bedroht fühlte, befahl ihm der Senat, vor seiner Rückkehr nach Rom seine Legionen aufzulösen. Am Grenzfluss Rubikon, an dem sich Gallien und Rom berührten, traf Caesar eine folgenschwere Entscheidung: Entgegen dem Befehl des Senats löste er seine Legionen nicht auf und betrat, den Grenzfluss Rubikon überschreitend, römischen Boden. Er marschierte mit seinen Legionen Richtung Rom und wandte sich damit militärisch gegen das Land seiner Väter.

So wie Caesar ursprünglich ein Teil Roms ist und sich ganz selbstverständlich nach dessen Regeln und Gepflogenheiten verhielt, so ist auch das Kind bis zum 9. Lebensjahr noch ganz verschmolzen mit seiner Umwelt und ahmt seine Umgebung nach. Caesar verlässt Rom und geht nach Gallien. Er bekommt durch die Distanz ein anderes Verhältnis zu seiner Heimat. Genauso entwickelt sich beim 9 bis 10-jährigen Kind die zunehmende Fähigkeit zur inneren Distanz. Das Kind bekommt zu dem, womit es einst so eng verbunden war, ein anderes Verhältnis. Es empfindet unbewusst: Ich bin ein Eigenes, ich bin ein Einzelnes und damit bin ich ein Getrenntes. Das Seelenleben stellt sich auf eine neue Basis.

Das zuvor Undenkbare wird Realität: Caesar marschiert gegen Rom! Das 9 – 10 jährige Kind schaut die Autoritäten jetzt durch andere Augen an. Was zuvor eine Einheit war, wird jetzt eine Zweiheit: eine Beziehung zwischen einem Ich und einem Du.

Um Homöopathie zu verstehen, kommt man nicht drum herum, sich mit einer der zentralen Aussagen der Homöopathie zu beschäftigen: Krankheit = verstimmte Lebenskraft.

Samuel Hahnemann hat dies in seinem Grundlagen-Werk „Organon der Heilkunst“ in § 11 so beschrieben:

„Wenn der Mensch erkrankt, so ist ursprünglich nur diese geistartige, in seinem Organismus überall anwesende, selbsttätige Lebenskraft durch den, dem Leben feindlichen, dynamischen Einfluß eines krankmachenden Agens verstimmt; nur das zu einer solchen Innormalität verstimmte Lebensprinzip, kann dem Organismus die widrigen Empfindungen verleihen und ihn zu so regelwidrigen Tätigkeiten bestimmen, die wir Krankheit nennen, denn dieses, an sich unsichtbare und bloß an seinen Wirkungen im Organismus erkennbare Kraftwesen, gibt seine krankhafte Verstimmung nur durch Äußerung von Krankheit in Gefühlen und Tätigkeiten, (die einzige, den Sinnen des Beobachters und Heilkünstlers zugekehrte Seite des Organismus), das ist, durch Krankheits-Symptomen zu erkennen und kann sie nicht anders zu erkennen geben.“

Anders ausgedrückt: Der Einfluss eines krankmachenden Faktors führt zu einer Verstimmung der dynamischen Lebenskraft. Dies zeigt sich im Organismus durch Krankheitssymptome. Die Entgleisung erfolgt auf funktioneller Ebene, äußert sich aber für den Patienten individuell und subjektiv durch Symptome auf emotionaler, geistiger oder körperlicher Ebene.

Als Homöopathin berücksichtige ich in der Behandlung folglich außer den aktuellen Beschwerden des Patienten auch seine Konstitution, sein soziales und ökonomisches Umfeld, die Familienverhältnisse sowie auch seine Biographie und die erbliche Belastung.

In meinen Seminaren über Homöopathie ist es mir ein Anliegen, neben der richtigen Anwendung von homöopathischen Arzneien auch dieses Verständnis Homöopathie-Interessierten zu vermitteln.

Die Eisenleiter wird von Rudolf Steiner für das 9./10. Lebensjahr empfohlen. Diese besondere biografische Situation wird in in der Waldorfpädagogik auch als Rubikon bezeichnet. Mit spezifischen Eisenpräparaten und Potenzen, die nacheinander verabreicht werden (das Prinzip der Leiter), kann die gesunde körperliche und seelische Entwicklung des Kindes begleitet und unterstützt werden.

Das Rubikon-Ereignis im 9./10. Lebensjahr

Die bis zum 9. Lebensjahr vorherrschenden Gestaltungskräfte des Nerven-Sinnes-Systems ziehen sich jetzt zurück und geben den Kräften des Bewegungs-Stoffwechsel-Systems verstärkt Raum. Dies hat zur Folge, dass z.B. aufgenommene Nahrung vom Stoffwechsel nun anders verdaut und individualisiert werden kann.

Wird diese Entwicklungsphase nachhaltig gestört, kann eine konstitutionelle Disharmonie wie folgt entstehen:

Überforderung des Sinnes-Nerven-Systems: Nervosität, Ablenkbarkeit und Konzentrationsschwäche, Schulkopfdchmerzen
Schwäche im Rhythmischen System: schwacher Kreislauf, Schwindel, Kontakt- und Kommunikationsprobleme
Schwäche im Verdauungssystem:  Bauchschmerzen, Verdauungsstörungen, Nahrungsmittel-Unerträglichkeiten
Unterforderung des Bewegungssystems: Körperhaltungsprobleme

Um den Prozess des präpubertären Wachstumschubs zu sinnvoll zu unterstützen, benennt Rudolf Steiner verschiedene Eisenpräparate, zum Beispiel:

Eisenhammerschlag zur Unterstützung der Körperhaltung und für entschlossenes Handeln
Chlorsaures Eisen zur Unterstützung des Rhythmischen Systems und Verbesserung des Verhältnisses zu sich selbst und der Umwelt
Meteoreisen zur Unterstützung des Nervensystem und zur Stärkung des Selbstvertrauen

Insgesamt gibt es sieben Präparate, aus denen individuell für jedes Kind die drei passendsten ausgewählt werden.

Die Eisenleiter im späteren Lebensabschnitten

Die Eisenleiter beschreibt ein universelles Therapieprinzip, das metamorphosiert auch in anderen Lebensabschnitten hilfreich sein kann. Besonders empfehlenswert ist die Anwendung an den sogenannten Spiegelungs-Punkten des Rubikon im 33. und 54. Lebensjahr.

Die miasmatische Homöopathie behandelt ererbte Schwächen, die in der Homöopathie als Miasma bezeichnet werden. Dabei ist es wichtig in die Arzneimittelfindung die Erkrankung der Eltern und Großeltern mit einzubeziehen.

Beispiele für Miasmen: die Psora, die Sykose, die Syphlinie, die Tuberkulinie und die Carcinogenie

Anzeichen für eine familiäre tuberkulinische Belastung können zum Beispiel sein:

Heuschnupfen, Asthma
Neurodermitis
häufig wiederkehrende Mandelentzündungen
Rheuma, Gicht
Nierenschwäche
Diabetes, Schilddrüsenkrankheiten
ADHS

Hahnemann behandelte in seinen letzten Schaffensjahren diese Krankheiten mit LM-Potenzen. Dabei verordnete er erfolgreich die jeweils passenden, individuell aufeinander abgestimmten Arzneien als Riechdosis. Diese Methode stellt gerade in der heutigen Zeit eine einzigartige Möglichkeit dar, chronische Pathologien zu behandeln.