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Aktuell

Das „Rubikon“ - Die seelische Qualität des 10. Lebensjahres

Obwohl der Mensch schon früh zu sich „ICH“ sagen kann, macht er sein ganzes Leben lang einen fortwährenden Prozess der Individuation durch. Individuation bedeutet, sich zu fragen:

Wer bin ich? Was ist meine Aufgabe? Was mache ich hier eigentlich? Möchte ich das
machen? Wenn nein, was möchte ich machen? Was ist sinnvoll? Wo kann ich meine
Anlagen am besten entfalten? Wo kann ich wirksam werden? Womit diene ich dem
Ganzen am besten?

Der Prozess der Individuation bedeutet immer auch Trennung. Dieses Gefühl der Distanz erlebt der Mensch das erste Mal im 9./10. Lebensjahr. Hier stellt sich das Kind diese Fragen das erste Mal entsprechend seinem Alter und will dabei auch wissen: Stehen meine Eltern hinter dem, was sie sagen? Wo liegen meine Grenzen? Was passiert, wenn ich diese Grenzen überschreite?

Diese Phase der inneren seelischen Entwicklung ist oft von Bauchschmerzen, Kopfschmerzen, Konzentrationsmangel, Abwesenheit, Passivität und Mutlosigkeit begleitet. In der Walddorf-Padagogoik wird dieser Entwicklungssprung das Reubikon-Erlebnis genannt. Rudolf Steiner hat angeregt, diese Phase der konstitutionellen Veränderungen mit unterschiedlichen Eisenverbindungen zu unterstützen. Daraus hat sich in der anthroposophischen Medizin das Therapiekonzept der „Eisenleiter“ entwickelt

Der Rubikon – von der Nachahmung zum eigenen Willen

Der geschichtliche Hintergrund des Rubikon:
Nachdem Caesar Gallien erobert hatte, strebte er in Rom ein erneutes Konsulat an. Da sich der Senat in Rom durch die zahlreichen Legionen Caesars bedroht fühlte, befahl ihm der Senat, vor seiner Rückkehr nach Rom seine Legionen aufzulösen. Am Grenzfluss Rubikon, an dem sich Gallien und Rom berührten, traf Caesar eine folgenschwere Entscheidung: Entgegen dem Befehl des Senats löste er seine Legionen nicht auf und betrat, den Grenzfluss Rubikon überschreitend, römischen Boden. Er marschierte mit seinen Legionen Richtung Rom und wandte sich damit militärisch gegen das Land seiner Väter.

So wie Caesar ursprünglich ein Teil Roms ist und sich ganz selbstverständlich nach dessen Regeln und Gepflogenheiten verhielt, so ist auch das Kind bis zum 9. Lebensjahr noch ganz verschmolzen mit seiner Umwelt und ahmt seine Umgebung nach. Caesar verlässt Rom und geht nach Gallien. Er bekommt durch die Distanz ein anderes Verhältnis zu seiner Heimat. Genauso entwickelt sich beim 9 bis 10-jährigen Kind die zunehmende Fähigkeit zur inneren Distanz. Das Kind bekommt zu dem, womit es einst so eng verbunden war, ein anderes Verhältnis. Es empfindet unbewusst: Ich bin ein Eigenes, ich bin ein Einzelnes und damit bin ich ein Getrenntes. Das Seelenleben stellt sich auf eine neue Basis.

Das zuvor Undenkbare wird Realität: Caesar marschiert gegen Rom! Das 9 – 10 jährige Kind schaut die Autoritäten jetzt durch andere Augen an. Was zuvor eine Einheit war, wird jetzt eine Zweiheit: eine Beziehung zwischen einem Ich und einem Du.

Um Homöopathie zu verstehen, kommt man nicht drum herum, sich mit einer der zentralen Aussagen der Homöopathie zu beschäftigen: Krankheit = verstimmte Lebenskraft.

Samuel Hahnemann hat dies in seinem Grundlagen-Werk „Organon der Heilkunst“ in § 11 so beschrieben:

„Wenn der Mensch erkrankt, so ist ursprünglich nur diese geistartige, in seinem Organismus überall anwesende, selbsttätige Lebenskraft durch den, dem Leben feindlichen, dynamischen Einfluß eines krankmachenden Agens verstimmt; nur das zu einer solchen Innormalität verstimmte Lebensprinzip, kann dem Organismus die widrigen Empfindungen verleihen und ihn zu so regelwidrigen Tätigkeiten bestimmen, die wir Krankheit nennen, denn dieses, an sich unsichtbare und bloß an seinen Wirkungen im Organismus erkennbare Kraftwesen, gibt seine krankhafte Verstimmung nur durch Äußerung von Krankheit in Gefühlen und Tätigkeiten, (die einzige, den Sinnen des Beobachters und Heilkünstlers zugekehrte Seite des Organismus), das ist, durch Krankheits-Symptomen zu erkennen und kann sie nicht anders zu erkennen geben.“

Anders ausgedrückt: Der Einfluss eines krankmachenden Faktors führt zu einer Verstimmung der dynamischen Lebenskraft. Dies zeigt sich im Organismus durch Krankheitssymptome. Die Entgleisung erfolgt auf funktioneller Ebene, äußert sich aber für den Patienten individuell und subjektiv durch Symptome auf emotionaler, geistiger oder körperlicher Ebene.

Als Homöopathin berücksichtige ich in der Behandlung folglich außer den aktuellen Beschwerden des Patienten auch seine Konstitution, sein soziales und ökonomisches Umfeld, die Familienverhältnisse sowie auch seine Biographie und die erbliche Belastung.

In meinen Seminaren über Homöopathie ist es mir ein Anliegen, neben der richtigen Anwendung von homöopathischen Arzneien auch dieses Verständnis Homöopathie-Interessierten zu vermitteln.

Mit Hilfe von homöopathischen Arzneien können Eltern schnell und effektiv in Notfall-Situationen handeln. Besprochen werden Mittel, die zum Einsatz kommen bei Verletzungen, Zeckenbiss, Ohrenschmerzen, Magenverstimmung, Krupp-Hustenanfällen und weiteren typischen Akut-Beschwerden im Säuglings- und Kleinkindalter.

Sie lernen, das richtige Mittel zu wählen, welche Potenz angebracht ist und wann und wie das Mittel wiederholt wird. Gemeinsam erstellen wir so Ihre Basis-Apotheke. Sie erhalten ein ausführliches Skript.

Leitung: Norda Maria Ruhland, Heilpraktikerin, Homöopathin

Termin: bitte schreiben Sie mir bei Interesse eine email, dann melde ich mich bei Ihnen, sobald der nächste Termin feststeht

Die Eisenleiter wird von Rudolf Steiner für das 9./10. Lebensjahr empfohlen. Diese besondere biografische Situation wird in in der Waldorfpädagogik auch als Rubikon bezeichnet. Mit spezifischen Eisenpräparaten und Potenzen, die nacheinander verabreicht werden (das Prinzip der Leiter), kann die gesunde körperliche und seelische Entwicklung des Kindes begleitet und unterstützt werden.

Das Rubikon-Ereignis im 9./10. Lebensjahr

Die bis zum 9. Lebensjahr vorherrschenden Gestaltungskräfte des Nerven-Sinnes-Systems ziehen sich jetzt zurück und geben den Kräften des Bewegungs-Stoffwechsel-Systems verstärkt Raum. Dies hat zur Folge, dass z.B. aufgenommene Nahrung vom Stoffwechsel nun anders verdaut und individualisiert werden kann.

Wird diese Entwicklungsphase nachhaltig gestört, kann eine konstitutionelle Disharmonie wie folgt entstehen:

Überforderung des Sinnes-Nerven-Systems: Nervosität, Ablenkbarkeit und Konzentrationsschwäche, Schulkopfdchmerzen
Schwäche im Rhythmischen System: schwacher Kreislauf, Schwindel, Kontakt- und Kommunikationsprobleme
Schwäche im Verdauungssystem:  Bauchschmerzen, Verdauungsstörungen, Nahrungsmittel-Unerträglichkeiten
Unterforderung des Bewegungssystems: Körperhaltungsprobleme

Um den Prozess des präpubertären Wachstumschubs zu sinnvoll zu unterstützen, benennt Rudolf Steiner verschiedene Eisenpräparate, zum Beispiel:

Eisenhammerschlag zur Unterstützung der Körperhaltung und für entschlossenes Handeln
Chlorsaures Eisen zur Unterstützung des Rhythmischen Systems und Verbesserung des Verhältnisses zu sich selbst und der Umwelt
Meteoreisen zur Unterstützung des Nervensystem und zur Stärkung des Selbstvertrauen

Insgesamt gibt es sieben Präparate, aus denen individuell für jedes Kind die drei passendsten ausgewählt werden.

Terminvereinbarung für eine Therapie mit der Eisenleiter

Rufen Sie mich an oder schreiben Sie mir ein email. Eine ausschließliche Beratung per Telefon ist in diesem Fall möglich. In einem persönlichen Gespräch, stelle ich für Ihr Kind eine individuelle Eisenleiter zusammen. Sie erhalten ein Rezept und können die Arzneien dann bei der Apotheke an der Weleda im Internet bestellen. Private Krankenkassen übernehmen die Beratungs- und Arzneimittelkosten. Mit telefonischen Folgeterminen stehe ich während der Therapie begleitend zur Verfügung. Den Schutz Ihrer persönlichen Daten nehme ich sehr ernst und halte mich an die Regeln der gesetzlichen Vorgaben, insbesondere der DatenschutzgesetzeI

Die Eisenleiter im späteren Lebensabschnitten

Die Eisenleiter beschreibt ein universelles Therapieprinzip, das metamorphosiert auch in anderen Lebensabschnitten hilfreich sein kann. Besonders empfehlenswert ist die Anwendung an den sogenannten Spiegelungs-Punkten des Rubikon im 33. und 54. Lebensjahr.

 

Die miasmatische Homöopathie behandelt ererbte Schwächen, die in der Homöopathie als Miasma bezeichnet werden. Dabei ist es wichtig in die Arzneimittelfindung die Erkrankung der Eltern und Großeltern mit einzubeziehen.

Beispiele für Miasmen: die Psora, die Sykose, die Syphlinie, die Tuberkulinie und die Carcinogenie

Anzeichen für eine familiäre tuberkulinische Belastung können zum Beispiel sein:

Heuschnupfen, Asthma
Neurodermitis
häufig wiederkehrende Mandelentzündungen
Rheuma, Gicht
Nierenschwäche
Diabetes, Schilddrüsenkrankheiten
ADHS

Hahnemann behandelte in seinen letzten Schaffensjahren diese Krankheiten mit LM-Potenzen. Dabei verordnete er erfolgreich die jeweils passenden, individuell aufeinander abgestimmten Arzneien als Riechdosis. Diese Methode stellt gerade in der heutigen Zeit eine einzigartige Möglichkeit dar, chronische und schwerste Pathologien zu behandeln.